Skjeer ist für viele Reisende die erste Stadt Golvamars — und die erste Überraschung. Größer als erwartet. Und verschlossener.
Was zuerst auffällt
Vom Wasser aus schiebt sich die Stadt aus dem Dunst: eine breite Promenade, dicht bevölkert, Marktstände, Häuser entlang einer breiten Straße. Dahinter Türme, schiefergedeckt, mit Wetterhähnen, die sich im Wind drehen. Von See her wirkt Skjeer wie ein Versprechen.
Vom Steg aus sieht es anders aus. Die Häuser stehen dicht gedrängt, als hätten sie sich voreinander versteckt. Dunkles Holz, grauer Stein, schmale Gassen, die zwischen ihnen verschwinden, ohne dass man sieht, wohin. Hinter den ersten Häuserzeilen eine Stadtmauer, höher als der höchste Mast im Hafen.
Was fehlt
Kein Lachen. Keine Rufe, die wie Rufe klingen. In anderen Häfen gibt es immer Stimmen, die ringen, sich anschreien, sich begrüßen, sich necken. In Skjeer gibt es Schritte — viele Schritte — und dazwischen ist es merkwürdig leer.
Die Blicke der Vorübergehenden streifen einen und bleiben nirgends hängen. Fensterläden sind geschlossen, Türen verriegelt, manche zusätzlich mit Holzbalken vor den Klinken, als reichte ein Riegel nicht. An einem Brunnen mitten in der Stadt steht niemand; das Wasser darin ist dunkel und unbewegt. Anderswo stünde dort den ganzen Tag jemand.
Der Rhythmus der Stadt
Skjeer schläft nicht. Skjeer erschöpft sich jeden Abend und wartet auf den nächsten.
Es gibt Orte, an denen es weniger kalt ist als im Rest — Bruns Schänke etwa, an einem kleinen Platz, das Schild schief und die Schrift verblasst. Durch den Spalt unter der Tür fällt mattes, gelbliches Licht auf den nassen Boden. Nicht warm. Aber weniger kalt.
„Hier gab es Schritte. Viele Schritte. Aber alles war merkwürdig leer dazwischen.“
Band I, Ankunft in Skjeer
Der offene Teil dieser Seite nimmt keine Wendungen vorweg. Alle Angaben stammen aus den veröffentlichten Bänden (Band I).
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