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Glonlarneer

Ort — Siedlung im Werden

Glonlarneer ist der einzige Ort in Golvamar, dessen Entstehung man mitlesen kann. Wo heute Gerüste stehen, lag über Generationen nichts als ein Gräberfeld — und der feste Glaube, dass man dort oben nicht leben könne.

Der Hang, der nach Süden offen ist

Die Ältesten der Gegend lebten unter der Erde, in Gängen und Kammern unter den alten Hügeln. Sie hielten es für das, was sie rettete. Oben war der Himmel, und der Himmel hatte lange nichts Gutes gebracht.

Die Stelle, an der die Siedlung heute steht, war längst jemandem aufgefallen: dort, wo der Hang nach Süden offen ist, wo das Licht morgens hinkommt und am Nachmittag bleibt. Es brauchte nur jemanden, der es aussprach — und danach eine Menge Holz.

Wie der Ort gebaut ist

Eine Palisade aus gespitzten Stämmen umschließt die alten Gräber; ein Tor aus Holz und Eisen, ein befestigter Weg, der darauf zuführt. Der Wall birgt die Toten, ohne sie zu verschließen — wer die Anlage abgeht, erkennt darin einen Plan und keinen Zufall.

In der Mitte steht das Langhaus aus dunklem Holz, erhöht, mit geschnitztem Giebel. Es trug die Gemeinschaft durch die erste Zeit, als noch alle darin schliefen. Doch der Plan sieht etwas anderes vor: eigene Wände, eine eigene Tür, ein eigenes Feuer für jeden. Kein Volk wächst, das übereinanderschläft. Das Langhaus soll bleiben — für die Versammlung, für die kalten Tage. Als Mitte, nicht als Lager.

Ringsum sieht man, wohin es wachsen wird: hier ein Platz für Werkstätten, dort für Ställe, dort für Felder, die sich an den Wall lehnen sollen.

Das Zeichen über der Tür

Über dem Eingang des Langhauses ist eine Tulpe ins Holz geschnitzt. Der Kelch leicht geöffnet, wie kurz vor dem Aufblühen. Sorgsam gearbeitet, in der Mitte des verzierten Giebels — dort, wo jeder sie sieht, der kommt.

Es ist nicht irgendeine Tulpe. Sie wuchs an den Hügelgräbern, wo Wasser den Boden traf, das kein gewöhnliches Wasser war. Eine Blume an einem Ort, an dem keine hätte sein dürfen. Jemand pflückte sie und nahm sie mit; wer in Glonlarneer danach fragt, bekommt eine kurze Antwort und einen langen Blick.

Aus einem einzigen Augenblick wurde so das Zeichen eines ganzen Ortes.

„Hier ist dein Zeichen. Über jeder Schwelle, die zählt.“

Band II

Der offene Teil dieser Seite nimmt keine Wendungen vorweg. Alle Angaben stammen aus den veröffentlichten Bänden (Band I & II).